Hoffest Samstag, 09. April 2022, 14-17 Uhr

Zu ihrem ersten Hoffest lädt die Solidarische Landwirtschaft (Solawi) Bielefeld auf den Engelingshof nach Theesen ein. Am Samstag, 9. April, gibt es von 14 bis 17 Uhr Gelegenheit, das genossenschaftliche Projekt kennenzulernen. Geplant sind mehrere Führungen über das Gelände, Impuls-Vorträge über die Solawi und die demokratische Entstehung, Fingerfood und Getränke. Vierbeiner müssen leider draußen bleiben.

Im dritten Wirtschaftsjahr finanzieren 198 Menschen mit ihrem Genossenschafts-Beitrag die Solawi. 142 davon zahlen zusätzlich einen Beitrag für einen Ernteanteil und erhalten im Gegenzug jede Woche frisches Gemüse und Feldfrüchte. Dieses Solidar-Prinzip ermöglicht dem Landwirt und dem Gärtner ein sicheres Wirtschaften.

Das Konzept hat seinen Ursprung in Japan (Teikei) und kam über die USA (CSA, Community Supported Agriculture) nach Westeuropa. In Deutschland folgen mittlerweile mehrere hundert Betriebe dem Solawi-Prinzip, 350 davon sind im Netzwerk Solidarische Landwirtschaft zusammengeschlossen.

Rund zwei Hektar groß ist das Gelände in Theesen, ein Hektar wird aktuell genutzt, darunter der 80 Meter lange Folientunnel und ein großes Erdbeerfeld, das bei den Ernteanteilnehmer*innen (und ihren Kindern) sehr beliebt ist, aber auch viel Arbeitseinsatz erfordert.

Viele der Mitglieder möchten genau wissen, wo und wie ihr Gemüse wächst und helfen an gemeinsamen Ackertagen beim Jäten oder Pflanzen. Immer am Freitag wird frühmorgens von Mitarbeiter*innen und Freiwilligen die Ernte eingeholt und für die Abholung bereit gemacht. Rund 50 Kulturen sind es, die über das Jahr hinweg angebaut werden, 2022 gibt es voraussichtlich auch erstmals eigenen Honig.

Die Bielefelder Solawi wirtschaftet ohne Pestizide und Kunstdünger nach dem Konzept des Market Gardening. Durch eine möglichst flache Bodenbearbeitung und die Kombination aus Gründüngung, Kompost und Fruchtfolge wird der Humusaufbau permanent gefördert. Auf diese Weise kann nicht nur viel, sondern auch unterschiedliches Gemüse auf kleinem Raum angebaut werden.

In den nächsten Jahren sind zudem Agroforst-Maßnahmen geplant: Bäume, Sträucher und Hecken sollen dann die Felder vor Winderosion schützen, die Beete beschatten, das Mikroklima verbessern und vielen Tieren Lebensraum bieten. Dadurch erweitert sich auch das Angebot für die Mitglieder um Beeren, Obst und Nüsse.

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