[Newsletter #11] „Schlange stehen für die Solawi“

Die Bielefelder Solawi ist immer noch im ersten Jahr, aber sie geht weiter mit großen Schritten voran. Über hundert Interessierte stehen derzeit auf der Warteliste für einen Ernteanteil im Jahr 2021, die Vorbereitung für die Genossenschaftsgründung läuft auf Hochtouren, und für die Wirtschaftsgebäude gibt es die ersten Umbauplanungen.


Rundgang für die „Neuen“

Wer hätte das gedacht: Im März dieses Jahres haben wir den Zaun gezogen, um zwei Hektar Ackerfläche vor Vier- und Zweibeinern zu schützen. Und im November stehen über weitere hundert Menschen vor der Tür und wünschen sich einen Erneanteil – zusätzlich zu den bestehenden 65.

Gärtner Julian hat deshalb alle Interessierten angeschrieben und zu einem Gartenrundgang eingeladen. Einerseits wollten wir wissen, wer zur Gemeinschaft dazustößt und was die „Neuen“ bewegt, unser solidarisches Projekt mitzutragen. Andererseits sollten sie Gelegenheit bekommen, unsere Wirtschaftsweise und die Menschen hinter der Solawi kennenzulernen.

Rund 30 Interessierte waren es, die der Einladung folgten, den Folientunnel und die Freiland-Beete besichtigten und jede Menge Fragen zum Ablauf und den Zukunftsplanungen mitbrachten.


200 Euro und ein Bäumchen für die Genossenschaft

Auch für die bestehenden Mitglieder gibt es derzeit noch einige offene Fragen, denn wenn im März 2021 das neue Gartenjahr beginnt, wird die SoLaWi voraussichtlich schon eine Genossenschaft sein. Die Vorbereitungen sind mittlerweile so weit gediehen, dass die Satzung zur ersten Durchsicht beim Zentralverband der deutschen Konsumgenossenschaften e.V. eingereicht wurde.

Auch der Anteil für die künftigen Genoss*innen ist schon klar: Es sollen einmalig 200 Euro und voraussichtlich eine Baumpflanzung sein, die jede/r in die Gemeinschaft einbringt.

Die Finanzplanung für das neue Gartenjahr nimmt ebenfalls Gestalt an, diese wird den neuen Richtwert für die Ernteanteile bestimmen: Julian rechnet hier mit etwa 80 Euro.

Wer 2021 sein Gemüse vom Engelingshof bezieht, ist derzeit noch offen. Zuerst sollen die bestehenden Mitglieder angeschrieben werden, um ihr Interesse an einem weiteren Jahr Solawi (inklusive Genossenschafts-Anteil) abzufragen. Erst dann werden die Menschen auf der Warteliste informiert.

Eine dieser beiden Varianten wird das Logo der Genossenschaft

Nach einem gemeinsamen Brainstroming hat unser tolles Projekt nun auch einen richtigen Namen, und zwar „Solawi Bielefeld Engelingshof eG“. Damit wird ein eindeutiger Bezug zu dem traditionsreichen Hof hergestellt, der seit 500 Jahren im Besitz der Familie unseres Landwirtes Jobst Brockmeyer ist.


Mehr Anbaufläche, Ausbau der Wirtschaftsräume

Neue Mitglieder bedeuten mehr Ernteanteile bedeuten mehr Anbaufläche. Deshalb ist nicht nur die freiwillige Mitarbeit auf dem Feld willkommen, auch die sonstigen Kapazitäten müssen erweitert werden. So soll die Scheune zum Kühl-, Lager- und Ausgaberaum umgebaut werden, neben dem Folientunnel ist ein Unterstand für Geräte geplant, und im Tunnel selbst soll eine Anzuchtstation mit kleinem Biomeiler entstehen, um die Jungpflanzen zu wärmen.

Wie immer werden wohl einige Solawistas mit anpacken, wenn solche Sonderaktionen verkündet werden. Sie sind ein willkommener Anlass, die anderen kennenzulernen und gemeinsam für die gute Idee zu wirken – im Moment natürlich mit dem entsprechenden Mindestabstand.

Vortrag Agroforst

Leider muss der geplante Agroforst-Vortrag von Burkhard Kayser in der VHS Bielefeld aufgrund der Corona-Bestimmungen ausfallen. Das bedauern wir sehr, denn es ist ein wichtiges Thema. Wir hoffen aber, Burkhard dennoch für eine Beratung hier auf dem Hof zu gewinnen und wir den Termin in der VHS schnellstmöglich nachholen können. Die ersten Baumspenden sind nämlich schon eingegangen und wurden gepflanzt, aber mit fachlicher Begleitung ist das natürlich viel sinniger.


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